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Stand: September 2024

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12 Jahre, unzählige Projekte - ein Abschied

Vorab angemerkt: Diesen Brief hatte ich, ganz auf der Höhe der Zeit, schon einmal in drei Sekunden von ChatGPT schreiben lassen. Tolle Sache, emotional, gut formuliert … und letztlich „blutleer“. Also schreibe ich doch einfach selber und versuche, ein wenig über die tolle Zeit mit meinem „Lieblingsgesellen“ zu Papier zu bringen, da ich weiß, wie sehr dich, lieber Martin, auch meine Kunden geschätzt haben. Das kann jetzt etwas länger werden:

Die anderen werden es ja sowieso erfahren … wir trennen uns. Also, um ehrlich zu sein: Ich trenne mich von dir, lieber Martin. Nach 12 Jahren, in denen wir miteinander mehr Zeit als mit unseren Frauen verbracht haben, muss ich neue Wege gehen. Nicht, dass wir keine tolle „Beziehung“ hatten – ich will und muss nur meinen Fokus mehr auf meine Workshops richten. Die Auftragsarbeiten würden dich dann nicht mehr auslasten, und das würde uns beiden nicht guttun. Kaum ist die Trennung vollzogen, kehrt natürlich auch die Wehmut ein – das kennt man ja.

Ganz deutlich habe ich noch das Bild vor Augen, wie du vor 12 Jahren in meiner Werkstatt aufgetaucht bist, etwas angeschlagen nach der langen Zeit als Dipl. Designer in einer großen Werbeagentur, aber wild entschlossen, jetzt Tischler* zu werden. Damals habe ich wie auf einen „lahmen Gaul“ auf dich eingeredet, doch bei „deinen Leisten“ zu bleiben, da mir schnell aus deiner Vita klar wurde, dass du ein großartiger Grafikdesigner gewesen sein musst und nicht bei null mit einer Tischlerlehre ganz von vorne anfangen solltest. Zum Glück warst du aber unbeirrbar und wolltest „auf Teufel komm raus“ bei mir eine Ausbildung machen und nie wieder als Grafiker arbeiten – dazu später noch mal mehr. Die Ausbildung hast du dann, perfektionistisch, wie du bist, natürlich sehr gut mit deinem fulminanten Gesellenstück, ein Stehpult mit zwei Arbeitshöhen aus Eiche, natürlich mit Beleuchtung, abgeschlossen. Ich fühle noch meine Schweißausbrüche, als du mir diesen Plan vorgestellt hast, wobei ich durch deine Leistungen in der Lehre ja schon hätte wissen müssen, dass du ALLES bauen kannst.

Neben deinem Talent und deiner Hartnäckigkeit – ich sage mal nicht Sturheit – hat sicher auch geholfen, dass du das „Unglück“ hattest, in der Lehre morgens von mir eine Anleitung zu bekommen, um dann vom alten Meister Harald schlaue, ganz andere Vorgehensweisen aufgezeigt zu bekommen, um schließlich von Ferdi, meinem Freelancer Tischlermeister und Designer, nachmittags auf den dritten Weg nach Rom gebracht zu werden. So viel Tischler*-Know-how von deinen Ausbildern und dann ja auch noch mit Olaf, Martin B., Martin G., Andre, Bastian und Daniel sechs (!!) weiteren Tischlermeistern in unserer damaligen Werkstattgemeinschaft im Haus Uhlenkotten in deinem Orbit – das konnte ja nur einen brillanten Tischler*, und das in kürzester Zeit, aus dir werden lassen. Den Meistern stehst du schon lange in nichts mehr nach, und Meisterstücke hast du, sehr zum Glück unserer Kunden, ja unendlich viele gebaut. Du hast ja immer gesagt, wir müssten mehr Fotos und Werbung machen – zum Glück habe ich doch die einen oder anderen gefunden. Nur die von der Ferienwohnung in Andermatt (CH) finde ich gerade nicht. Da bist du doch noch mit Eike – auch so ein toller Tischler*, der ja manchmal bei den großen Workshops noch heute mit einspringt – nach der Montage mit dem Jumper zum Spaß über den Gotthard gefahren.

Ich habe damals abends noch in der von uns umgebauten Wohnung unser Werk bestaunt und weiß noch genau, wie ich dachte: „Mehr Tischlern* geht nicht.“ Eine Zirbenholzstube mit schwarzem MDF in dem Raumteiler und einer weißen Hochglanzküche ganz neu zu interpretieren, komplett in der Werkstatt aufzubauen und dann in die Schweiz zu verfrachten – das war wirklich nur mit dir und Eike möglich. Na ja, für den gleichen Kunden haben wir dann ja kurz darauf in Freiburg noch das Wohnzimmer mit altem Holz zu einer „Almhütte“ umgebaut, die Decke wie ein altes Holzlager aussehen lassen und die Wand noch hinterleuchtet – sehr coole Nummer, vor allem danach unser Kajakfahren auf dem Oberrhein … aber ich schweife ab. Die meisten Spuren haben wir aber wohl in Münster hinterlassen: Schiebetüren in Betonoptik; Garderoben mit abgefahrenen, hohen Wagen, beleuchtet beim Herausziehen; Wohnzimmerwandgestaltungen liefen ja fast schon nebenher. Und das Finale mit dem Sekretär und dessen höhenverstellbarer, ausklappbarer Arbeitsfläche aus Linoleum und Kerneschefurnier bleibt sowieso unübertroffen.

Ja, wir sind da wirklich durch dick und dünn gegangen, und wenn’s eng wurde, bist du auch noch bei den Workshops eingesprungen, hast das „Zinken-Tablett“ konzipiert und auch mal versucht, mich am Abheben zu hindern. „Unmöglich!“, hast du gerufen, als ich mit der Idee um die Ecke kam, doch im Team-Event-Workshop mit Zemodi aus Bremen mit 35 Leuten am Wochenende 35 Hocker zu bauen … und was ist passiert? Wir haben’s durchgezogen. Du, Eike, Marian, Leo und ich haben die Hobby-Tischler* durch den Tag gebracht, alle Hocker fuhren Sonntag abends nach Bremen, und die Gäste haben mittags die Burger vom Grill von meiner Schwester und Nichte genossen … was für eine Aktion! Das Video auf meiner Homepage schaue ich immer noch gerne an, obwohl da die Zemodi-Mitarbeiter ja beim ersten Event noch Schneidebretter gebaut haben. Beim Schreiben tauchen immer mehr Bilder auf – hoffentlich wird das hier kein Buch. Aber Leo muss ich doch auch noch einmal aufgreifen. Da warst du ja damals eher skeptisch, als ich dessen Umschulung angegangen bin, um ihm dann dein ganzes Wissen und Können zu geben und maßgeblich zu seiner erfolgreichen Ausbildung beizusteuern.

Zu guter Letzt wollte ich ja noch einmal auf deine Aussage von vor 12 Jahren zurückkommen, du würdest nie wieder etwas als Grafiker machen. Zu meinem ungeheuren Glück hast du da ja eine Ausnahme gemacht – die Werbung für deinen „Chefe“. Und da hat sich noch einmal anders gezeigt, wie kreativ und voller Ideen du bist. Das 6 Meter lange Banner, welches wir mal bei Poertgen Herder ins Treppenhaus gehängt haben, zahlreiche Flyer, der Aufsteller für Behzads Kaffeestand auf dem Wochenmarkt – ach, dessen Waffelwagen hast du ja auch noch im Vorbeigehen gebaut – und vor allem die perfekte Werbung auf meinem Bulli … alles dein Werk. Und vor allem hast du dabei das großartige Konzept um den Tischler* mit dem (nicht Gender-), welches die wunderbare Grafikerin Marei Holmer schon vor Jahren für mich entworfen hat, immer weitergeführt. (Verzeih mir, liebe Marei, dass ich da immer meinen Gesellen zum Tischler-Salär statt dich beansprucht habe – danke, dass wir das durften!) Selbst Peter Wattendorffs Porträt von mir, welches ja ein bisschen in die Jahre gekommen ist, hast du neben seinen tausend phantastischen Fotos – danke, Peter – immer wieder super in Szene gesetzt … und Texte hast du auch noch gemacht …

So! Wenn ich das alles noch einmal lese, frage ich mich, wie ich es ohne dich eigentlich aushalten soll. Aber tut man das nicht oft bei Trennungen? Toll ist: Wir bleiben ganz sicher Freunde – das schaffen die wenigsten Paare! Tschüss, mein bester „Lieblingsgeselle“, ich wünsche dir das Allerbeste für alles, was kommt!

Dein, hoffentlich immer noch „Lieblingsmeister“
Karsten

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